Sie befinden sich hier:  ▶ Startseite  ▶ Autoren-Index H ▶ Humboldt, Wilhelm von

 ▼ Zur Auswahl der vorhandenen Texte ▼ 

Wilhelm von Humboldt

* 22.06.1767 - † 08.04.1835


Friedrich Wilhelm Christian Karl Ferdinand Freiherr von Humboldt wurde am 22. Juni 1767 in Potsdam als Sohn eines Offiziers geboren. Wilhelm wuchs gemeinsam mit seinem Bruder Alexander im Schloss Tegel, dem Familienbesitz der Humboldts auf. In den Jahren von 1777-1789 unterrichteten Privatlehrer ihn und seinen Bruder Alexander, den Elementarunterricht erteilte unter anderem Johann Heinrich Campe (1746-1818). 1779 stirbt der Vater.

1787 immatrikulieren die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt an der Universität in Frankfurt/Oder.

Wilhelm von Humboldt wechselt jedoch schon nach einem Semester an die Universität Göttingen wo er drei Semester klassische Philologie und Naturwissenschaften studierte unter anderem bei Georg Christoph Lichtenberg. Während dieser Zeit setzte sich Wilhelm von Humboldt mit den Schriften Immanuel Kants auseinander und schloss Freundschaft mit August Wilhelm Schlegel und Friedrich Heinrich Jacobi. Nach dem Studium der Naturwissenschaften und der griechischen, lateinischen und französischen Sprache erhielt er eine Einführung in die Staatswissenschaften und die Philosophie und las die Hauptschriften von Leibniz.

Im August 1789 besuchte Humboldt gemeinsam mit Campe das revolutionäre Paris, das Rheinland und die Schweiz. Im Januar 1790 trat Wilhelm von Humboldt in Berlin in den preußischen Staatsdienst ein und wurde im selben Jahr Legationsrat und Referendar. Bereits im Mai 1791 verließ Humboldt auf eigenen Entschluss wieder den Staatsdienst.

Im Juni 1791 heiratet Wilhelm von Humboldt Caroline von Dacheröden, die Tochter eines preußischen Kammergerichtsrates, die er während seiner Besuche im Salon von Markus und Henriette Herz kennen gelernt hatte. Die folgenden Jahre verbrachte Humboldt auf den Familiengütern seiner Frau in Thüringen.

Im Juni 1794 siedelte Humboldt nach Jena über, wo er als kritischer Berater und Mitarbeiter Friedrich von Schillers und später auch Johann Wolfgang von Goethes wirkte. Seine kreative Kritik begleitete und förderte die Entstehung unter anderem Schillers "ästhetischer Schriften" und der "Gedankenlyrik" sowie Goethes "Hermann und Dorothea". Humboldt verfasste für Schillers Zeitschrift "Horen" zwei Beiträge und arbeitet an den "Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen". Gemeinsam mit seinem Bruder Alexander von Humboldt und Goethe besucht Humboldt Vorlesungen über vergleichende Anatomie.

Im November 1797 zog Humboldt mit seiner Familie nach Paris um seine Studien fortzuführen, aber auch um die gesellschaftliche Entwicklung in Frankreich zu verfolgen, denn Humboldt unterhielt auch Kontakte zu den führenden französischen Politikern und Intellektuellen.

Von November 1799 bis April 1800 unternahm Humboldt eine längere Reise nach Spanien und im Frühjahr 1801 reist er ins Baskenland. Während seiner letzteren Reise entdeckt und studiert er das Baskische, dass für ihn einen Durchbruch zu einer eigenen Sprachauffassung und Sprachwissenschaft markiert.

1803 kehrt Humboldt in den Staatsdienst zurück und vertritt bis Ende 1808 Preußen, als preußischer Ministerresident am Heiligen Stuhl in Rom. Während dieser Zeit beschäftigte er sich neben dem Baskischen auch mit den amerikanischen Indianersprachen und mit Übersetzungen aus dem Griechischen. Seine Residenz in der Villa Gregoriana war Sammelpunkt der Künstler- und Gelehrtenkolonie, unter den auswärtigen Besuchern befanden sich Germaine Baronin de Staël, August Wilhelm Schlegel und Samuel Taylor Coleridge.

Nach dem Zusammenbruch Preußens kehrte Wilhelm von Humboldt nach Deutschland zurück und wurde im Februar 1809 Direktor der Sektion für Kultus und Unterricht im preußischen Innenministerium. Während seiner Amtszeit leitete er die grundlegenden Reformen, durch die ein allgemeines und durchgehendes Erziehungssystem von der Elementarschule über das Neuhumanistisches Gymnasium bis hin zur Universität errichtet wurde und allen Schichten mehr Chancen des Bildungserwerbs sichern sollte.

1811 wurde er als Gesandter nach Wien geschickt und bewirkte maßgeblich den Beitritt Österreichs zur Koalition gegen Napoléon. An den Verhandlungen zum ersten und zweiten Pariser Friedensvertrag und auf dem Wiener Kongress nahm er als zweiter Bevollmächtigter Preußens teil. Auf letzterem setzte sich Wilhelm v. Humboldt erfolgreich für die jüdischen Bürgerrechte ein, erfolglos hingegen blieben seine Bemühungen für eine liberale Verfassung für den Deutschen Bund.

Von 1815 bis 1819 war Wilhelm v. Humboldt erst preußischer Bevollmächtigter auf dem Bundestag in Frankfurt/Main, wenig später wurde er Vorsitzender einer Steuerreform-Kommission und letztlich preußischer Gesandter in London.

1819 kehrte Wilhelm v. Humboldt als Minister für ständische Angelegenheiten nach Berlin zurück. Nach einem Konflikt mit Friedrich Freiherr von Hardenberg und wegen seines Widerstandes gegen die Karlsbader Beschlüsse sowie seines Versuches, eine liberale Verfassung für Preußen durchzusetzen, wurde er Ende 1819 aller Ämter enthoben.

Nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst zog sich Wilhelm v. Humboldt auf den Familiensitz nach Tegel zurück, wo er, nur unterbrochen durch eine Reise 1828 nach Paris und London, sich sprachwissenschaftlichen Forschungen widmete.

Wilhelm vom Humboldt starb am 8. April 1835 auf dem Familienbesitz in Tegel.



Zitate von Wilhelm von Humboldt

Insgesamt finden sich 73 Texte im Archiv.
Es werden maximal 7 Texte, täglich wechselnd, angezeigt.


Zurück zum Seitenanfang