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Aloys Henhöfer

* 11.07.1789 - † 05.12.1862


Aloys Henhöfer wurde am 11. Juli 1789, als letztes der drei Kinder eines katholischen Bauern und dessen Frau, in Völkersbach bei Ettlingen geboren.

Ab Ostern 1802 besuchte Henhöfer die Schule der Piaristen in Rastatt und im Anschluss das dortige Lyzeum. Im Herbst 1811 begann Henhöfer das Studium an der Universität Freiburg und 1814 das Seminar in Meersburg am Bodensee. 1815 wurde Henhöfer zum katholischen Priester geweiht und arbeitete als Hauslehrer und Kaplan bei dem Freiherrn Julius von Gemmingen in Steinegg bei Pforzheim, der ihm 1818 die Pfarrei in Mühlhausen übertrug.

Innere Zweifel und Kontakte zur pietistischen Gemeinde Korntal führten zu seiner Loslösung von der katholischen Kirche. Henhöfer predigte nun Gottes Wort für katholische und evangelische Zuhörer. Seine Gegner verklagten ihn bei der Kirchenbehörde woraufhin ihn das bischöfliche Vikariat im März 1822 nach Bruchsal lud und in Arrest nahm. Hier schrieb er sein erstes Buch "Christliches Glaubensbekenntnis des Pfarrers Henhöfer von Mühlhausen". Henhöfer wurde seines Amtes enthoben und am 10. August 1822 exkommuniziert.

Am 6. April 1823 trat Henhöfer in der Schlosskapelle zu Steinegg mit dem Freiherrn Julius von Gemmingen, dessen ganzer Familie bis auf einen Sohn sowie mit 40 Familien der Gemeinde, insgesamt 167 Personen, zur evangelischen Kirche über.

Am 1. Juli 1823 ernannte ihn Großherzog Ludwig (1818-1830), gegen die Bedenken der rationalistischgesinnten Kirchenbehörde, zum Pfarrer in Graben bei Karlsruhe. Durch Kabineetsorder vom 15. März 1827 wurde Henhöfer die besser dotierte benachbarte Pfarrei Spöck mit der Filiale Stafforth bei Karlsruhe übertragen, wo er bis 1862 predigte. Ab 1830 kämpfte er für die Augsburgsche Konfession und gegen die Einführung eines rationalistischen Katechismus.

1840 begegnete er Blumhardt mit dem er auch später in Verbindung blieb. 1841 fand in Bretten das erste Missionsfest in Baden statt, und Henhöfer wurde 1844 zum Vorstand des Badischen Vereins für Äußere Mission gewählt.

Das Revolutionsjahr 1848 bewegten Henhöfer und seine Kreise zur Errichtung von Waisen- und Rettungshäusern. Darüber hinaus entstanden unter seiner Mitwirkung zwei Diakonissenhäuser in Karlsruhe und Nonnenweier. 1849 entstand der Verein für Innere Mission.

1856 wurde ihm von der Universität Heidelberg die Ehrendoktorwürde verliehen. Henhöfer galt als geistesgewaltiger volkstümlicher Prediger. Zahlreiche Gemeinschaften sind durch sein Wirken entstanden. Besonders die Jugend lag ihm am Herzen. In prophetischen Blicken sah er eine große Zeit des Unglaubens über die Jugend hereinbrechen.

Aloys Henhöfer starb am 5. Dezember 1862 in Spöck bei Bruchsal und würde auf dem Friedhof in Stutensee-Spöck beigesetzt.



Zitate von Aloys Henhöfer

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