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Ellen Key

* 11.12.1849 - † 25.04.1926


Ellen Karolina Sofia Key wird am 11. Dezember 1849 als zweites von sieben Kindern des schwedischen Grogrundbesitzers Carl Fredrik Edvin Emil Key (1822- 1892) und dessen Frau Sophie (geb. Posse) in Sundsholm (Schweden) geboren. Die Familie war schottisch-keltischer Herkunft. In ihrer Kindheit und Jugend eignete sich Key durch Privatunterricht sowie einen ausgeprgten Hang zu selbstndigen Studien eine umfassende knstlerische und literarische Bildung an.

Nachdem Keys Vater 1868 Mitglied des schwedischen Reichstags wird zieht die Familie nach Stockholm.

Von 1868 bis 1872 folgte sie den Lehrerinnen in Rossanders Lehrkurs fr Frauen. Die religis liberale Jenny Rossander, selbst eine geschickte Pdagogin, gab ihr nach einer Zeit der Praxis 1874 das Zeugnis, nachdem sie es als erwiesen ansah, "jene Schule hchst beglckwnschen zu knnen, die sie als Lehrerin erhlt". Sie studierte bis 1874 gleichzeitig an dnischen Volkshochschulen.

Key arbeitete inzwischen in den 70er Jahren als Sekretrin ihres Vaters, der Reichstagsabgeordneter war. Es wurde fr Key zum Schock, als der Vater wegen konomischer Schwierigkeiten Sundsholm verlassen musste und sie somit ihr Elternhaus verlor.

Auf eigenen Erwerb angewiesen, begann sie 1880 an der Mdchenschule zu unterrichten, die ihre enge Freundin Anna Whitlock erffnet hatte und mit der sie bis 1884 eine Wohnung teilte. Bereits 1893 wurde die Schule in Stockholms neue Gemeinschaftsschule umgebildet, an der Key bis 1899 unterrichtete.

Von 1887 bis 1900 ist Key Vorsitzende der Gesellschaft "Nya Idun".

Keys Traum war es, in der Heimat eine Volkshochschule fr Frauen zu grnden. Dafr begann sie im Herbst 1883 in der Regel wchentlich whrend eines Schuljahres Vorlesungen in Literatur- und Kulturgeschichte am Arbeiterinstitut abzuhalten, eine anspruchslos entlohnte, in hohem Grade ideelle Ttigkeit, die sie bis 1903 vor einer zunehmend greren Zuhrerschaft fortsetzte. Durch ihre starke persnliche berzeugungskraft und Ausstrahlung wird sie zu einer begehrten Rednerin auf Veranstaltungen von Arbeiter-, Studenten- und Frauenvereinen.

Von 1900 bis 1901 unternahm Key zahlreiche Reisen nach England, Frankreich und Italien. Zwischen 1905 und 1909 folgten Vorlesungstourneen und Besuche in Deutschland, Italien und anderen Lndern Europas.

1900 erscheint Keys individualpdagogische und sozialreformerische Studie "Barnets rhundrade" ("Das Jahrhundert des Kindes") und liefert das Schlagwort einer Epoche pdagogischen Bestrebens, das im Sinne Jean-Jacques Rousseaus den Weg fr ein besseres Verstndnis des Kindes freimacht. Key ist eine berzeugte Anhngerin der durch Rousseau vorgegebenen Idee vom natrlichen Wachsenlassen des jungen Menschen und der Erziehung vom Kinde aus (spter "Pdologie" genannt).

Unter dem Einfluss der Ausfhrungen von Friedrich Nietzsche zum bermenschen glaubt sie, dass den Generationen des anbrechenden Jahrhunderts der entscheidende Schritt zur Vervollkommnung der menschlichen Existenz gelingen werde.

"Das Jahrhundert des Kindes" erscheint 1902 in der deutscher bersetzung. In der Zeit von 1874 bis 1926 verfasste sie insgesamt 44 Werke und 149 Zeitschriftenartikel, deren Inhalt vor allem Fragen der Kindererziehung und Frauenbewegung behandeln, und sie zu einer der meistgelesenen Schriftstellerinnen um die Jahrhundertwende und zur geschtzten Volksaufklrerin machten.

Durch die bersetzung ihrer Texte und durch eigene Vortrge im Ausland finden ihre Schriften in Europa und ganz besonders im deutschen Kaiserreich groe Beachtung. Der Erfolg ihrer Bcher im deutschsprachigen Raum ist durch ihre genaue Kenntnis deutscher Verhltnisse (Geistesgeschichte und soziale Problematik) begnstigt, die ihr im Elternhaus durch eine deutsche Privatlehrerin vermittelt worden waren.

Im Gegensatz zu radikalen Strmungen der Frauenbewegung im Europa der Jahrhundertwende, gehrte Key zu jenem gemigten Flgel, dem daran gelegen war, die Idee der "seelischen Mtterlichkeit" aufzuwerten. Dies sollte zum Bindeglied zwischen zwei Leitbildern der Frauenbewegung werden, dem Berufsideal der unverheirateten Frau einerseits und der berzeugung, dass der Mutterberuf "der hchste Beruf der Frau" sei, andererseits.

Ihr pdagogischer Entwurf stellte die eigene Wrde und Individualitt des Kindes in den Mittelpunkt, dem die Erwachsenen mit Ehrfurcht begegnen sollten. Key selbst beschreibt ihr Konzept mit den Worten: "Ruhig und langsam die Natur sich selbst helfen lassen und nur sehen, dass die umgebenden Verhltnisse die Arbeit der Natur untersttzen, das ist Erziehung".

Die uneingeschrnkte Forderung der Frauenbewegung nach der absoluten Gleichberechtigung der Frau im Erwerbsleben hlt Key fr zu dogmatisch, sie spricht sich jedoch entschieden fr das Wahlrecht der Frau aus.

1909 lie sie am Sdhang von Omberg ihr Heim/Haus "Strand" erbauen.

In ihrer 1914 verffentlichten Schrift "The Renaissance of the Motherhood" fordert sie die vollstndige gesellschaftliche Anerkennung der Erziehungsarbeit und die vollkommene konomische und soziale Absicherung der erziehenden Mutter. Zustzlich schlgt sie ein Erziehungsjahr fr Frauen vor, um sie auf ihre Aufgaben als Mutter in ffentlichen sozialen Einrichtungen vorzubereiten.

Im Hinblick auf die Beziehung zwischen Frau und Mann gilt fr Key allein die Liebe als Kriterium von Sittlichkeit. Fr wesentlich erachtet sie im Geist von Nietzsche die Befreiung des Individuums von religisen Zwngen. Ebenfalls zu dieser Zeit beginnt die Freundschaft mit Rainer Maria Rilke.

Wenn auch ihr Grundaxiom anthropologisch eine berspitzung war, kommt Key das Verdienst zu, wichtige Anste fr die pdagogische Reformbewegung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gegeben zu haben. Zahlreiche schul- und bildungspolitische Vorschlge Keys wie der Verzicht auf die fhrende Rolle des Lehrers im Unterricht und auf zuvor geplante Unterrichtsergebnisse werden in der Folgezeit umgesetzt.

Ellen Key stirbt 25. April 1926 in Tollstad (Schweden).



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