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Novalis

* 02.05.1772 - † 25.03.1801


Novalis, eigentlich Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg wurde am 2. Mai 1772 auf Gut Oberwiederstedt bei Mansfeld, als Kind des Salinendirektors Heinrich Ulrich Erasmus Freiherr von Hardenberg und dessen Ehefrau Auguste Bernhardine Freifrau von Hardenberg (geb. Blzig) geboren.

1780, im Alter von acht Jahren erkrankt Friedrich schwer an der Ruhr. Wegen schwerer krperlicher und seelischer Erkrankung der Mutter kommt der elfjhrige Friedrich 1783 nach Lucklum zum Haus des Onkels, Gottlob Friedrich Wilhelm von Hardenberg, (1728-1800), der als Landkomtur des Deutsch-Ritterordens auf Schloss Lucklum zwischen Helmstedt und Wolfenbttel residiert.

Sein Haus ist die Sttte weltgewandter Aristokraten der Aufklrungszeit. Friedrich befindet sich hier in einer Gegenwelt zum sparsamen, streng pietistischen Elternhaus. Der Onkel wnscht fr seinen Neffen eine stolze Staatskarriere, der Vater mchte seinen Sohn zum strengen Pietisten erziehen. In diesem Spannungsfeld entwickelt der Knabe bald eine unabhngige Urteilsbildung. Der Onkel bleibt eine bestimmende Gestalt in Friedrichs Leben.

Am 14. Dezember 1784 wird sein Vater zum Ersten Direktor der kurfrstlichen Salinendirektion von Drrenberg, Ksen und Artern ernannt und 1786 tritt der Vater sein Amt als kurschsischer Salinendirektor an woraufhin die Familie nach Weienfels umzieht.

Ab 1788 wird die Erziehung von Friedrich zunchst in die Hnde eines Hauslehrers gelegt der ihn in den klassischen Sprachen, Griechisch und Latein unterrichtet. Spter wechselte er jedoch an das Gymnasium in Eisleben welches er 1790 verlsst.

Am 23. Oktober 1790 immatrikuliert sich Friedrich zum Philosophiestudium an der Universitt Jena. Karl Leonhard Reinhold lehrt die neue Philosophie Immanuel Kants (1724-1804). Schiller liest ber europische Staatsgeschichte. Durch den Zuzug weiterer bedeutender Gelehrter wird die Universitt berhmt. 1791 hrt Friedrich erstmals Schillers Geschichtsvorlesungen und lernt Schiller whrend dessen Krankheit auch persnlich kennen. In diesem Jahr beginnt er sein Jura - Studium an der Universitt in Leipzig und hrt unter anderem Vorlesungen bei Friedrich Schlegel den er 1792 in Leipzig persnlich kennen lernt. Im April 1791 wird sein erstes Werk "Klagen eines Jnglings" verffentlicht. Am 27. Mai 1793 wechselt Friedrich an die Universitt in Wittenberg wo er am 14. Juni 1794 sein Rechtsstudiums mit dem besten Examen beendet.

Am 25. Oktober des Jahres kam er nach Tennstedt um am 8. November den Dienst als Aktuars im Kreisamt anzutreten.

Am 17. November 1794 begegnet er erstmals Sophie von Khn anlsslich einer Dienstfahrt. In Grningen verlobt sich Friedrich, 22jhrig, am 15. Mrz 1795, ohne Wissen der Eltern, mit der 13jhrigen Sophie von Khn. Ein halbes Jahr danach bricht Sophies tdliche Krankheit aus. Friedrich beginnt sich mit Fichtes Philosophie vom Selbstbewusstsein auseinander zusetzen und Ende Mai begegnet er Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Hlderlin in Jena.

Im Januar 1796 wird Friedrich Akzeptor an der Salinendirektion in Weienfels und ein Jahr darauf zur Mitarbeit an der Zeitschrift "Athenaeum" eingeladen.

Der Tod seiner Verlobten, Sophie von Khn, am 19. Mrz 1797, sowie der Tod seines Bruders Erasmus, am 24. April 1797, traf ihn schwer und war Mitauslser seiner dichterischen Ttigkeit. Vor allem Todessehnsucht, klingt aus seinen Werken, besonders in den "Hymnen an die Nacht" (1797) mit ihrer melodischen, schwermtigen Sprache.

Um Fachkenntnisse fr den geplanten Eintritt in das Berg- und Salinenwesen zu erwerben, beginnt Friedrich zum Ende diesen Jahres ein Studium fr Bergwerkskunde, Chemie und Mathematik, an der Bergakademie in Freiburg. Der Geologe Abraham Gottlob Werner (1749-1817) wird hier zu seinem wichtigsten Lehrer.

Seit 1798 fhlte er sich dem romantischen Kreis um die Brder Friedrich von Schlegel und August Wilhelm von Schlegel sowie Ludwig Tieck verbunden. Im April 1798 wird sein erstes reifes literarische Produkt "der Neuland Rodende" verffentlicht. Im selben Jahr schickt Friedrich ein Bndel Manuskripte an August Wilhelm Schlegel, die "Vermischten Bemerkungen" und "Blthenstaub". Nachdem Schlegel diese von 125 auf 114 Fragmente reduziert hatte, verffentlicht Friedrich Schlegel diese unter dem Titel "Blthenstaub" im ersten Heft des "Athenaeum", erstmalig unter dem Pseudonym Novalis. Im Sommer hlt er sich fr vier Wochen zur Kur in Nordbhmen auf, hier entstehen die "Teplitzer Fragmente" und im Dezember verlobt er sich mit Julie von Charpentier

Pfingsten 1799 kehrt Friedrich zur Salinendirektion nach Weienfels zurck und wird am 7. Dezember zum Salinenassessor ernannt und somit zum Mitglied des Salinendirektoriums.

Im Juli 1799 macht Friedrich, in Jena, die Bekanntschaft mit Ludwig Tieck welche sich zu einer engen Freundschaft entwickelt. Beide besuchen Herder und Goethe. Tieck begleitet Friedrich zu dessen Elternhaus nach Weienfels, beide besuchen Tiecks Schwager Johann Friedrich Reinhardt auf Giebichenstein in Halle.

Im November 1799 findet in Jena, im Haus der Brder Friedrich von Schlegel und August Wilhelm von Schlegel, mit deren Frauen Caroline und Dorothea Schelling, Tieck und dessen Frau, Johann Wilhelm Ritter ein Romantiker - Treffen statt. Friedrich trgt den gerade entstandenen geschichtsphilosophischen Aufsatz "Die Christenheit oder Europa" vor. Auf Tiecks Anregung hin begann Friedrich im Herbst 1799 mit seinem Roman "Heinrich von Ofterdingen", dieses Werk blieb leider unvollendet.

Im August 1800 erkrankt Friedrich an Lungenschwindsucht. Am 6. Dezember 1800 erreicht er den Hhepunkt seiner beruflichen Laufbahn und wird zum Supernumerar - Amtshauptmann fr den Thringischen Kreis ernannt. Am 24. Januar kehrt er von einer Reise nach Dresden wieder in sein Elternhaus nach Weienfels zurck.

Mitten in den Vorbereitungen zu seiner Hochzeit mit Julie Charpentier erlag Friedrich, nicht ganz 29 Jahre alt, in Gegenwart seines Bruders Carl und seines Freundes Friedrich Schlegel, am 25. Mrz 1801 in Weienfels der Schwindsucht.

(Grabsttte: Alter Friedhof; jetzt Stadtpark)



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