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Max von Schenkendorf

* 11.12.1783 - † 11.12.1817


Gottlob Ferdinand Maximilian Gottfried von Schenkendorf wurde am 11. Dezember 1783, also Sohn eines Steuerbeamten und ehemaligen Offiziers, in Tilsit geboren. Sein Vater wollte, dass sein Sohn Landwirt werde, der Wunsch der Mutter war es das er Geistlicher werde.

Max von Schenkendorf beendete als 15-jhriger seine Schulzeit in Tilsit und ging danach zum Studium der Kameralwissenschaften nach Knigsberg.

In Knigsberg lebte er unter der Obhut eines Verwandten, und fhrte, sehr zum rger seiner Eltern, ein recht lockeres Leben und machte Schulden. Seine Mutter gab ihn daraufhin in ein ihr bekanntes Pfarrhaus. Der dortige Pfarrer regte ihn zum Studium der Ordenszeit und der alten deutschen Reichsverfassung an. Auf groen Reisen, die er zu Fu zurcklegte, lernte Schenkendorf seine preuische Heimat genauer kennen. Er besuchte die Marienburg, bereiste das katholische Ermland und hielt sich einige Zeit in der Wallfahrtskirche Heilige Linde auf.

1804 kehre Max von Schenkendorf nach Knigsberg zurck. Hier wurde er Schler des Juristen Kraus und bereitete sich auf das Referendarexamen vor. Dies erforderte in der damaligen Zeit eine vorherige einjhrige praktische Ttigkeit als Landwirt. Max von Schenkendorf ging nach Waldau in das Haus des Amtsrats Werner, wo er seine sptere Frau Barclay kennen lernte.

Kurz nach seiner Rckkehr nach Knigsberg im Jahre 1806 musste Max von Schenkendorf die Niederlage Preuens in den Schlachten bei Jena und Auerstedt erleben. In dieser Zeit grndete er ein literarisches Krnzlein "Blumenkranz des Baltischen Meeres" genannt.

Der zweite Zirkel, in welchem Schenkendorf Anregung fand, war ein Kreis schngeistiger Frauen, die sich sehr dem Pietismus und Mystizismus ergeben hatten. Schenkendorf dichtete fr diesen Kreis geistige Lieder, die zum Teil auch in das Kirchengesangbuch seiner Zeit aufgenommen wurden, wie z.B. "Brich an du schnes Morgenlicht".

Noch in einem dritten Kreis war Schenkendorf vertreten, nmlich in der Familie des Landhofmeisters Hans von Auerswald. Dort kam Schenkendorf auch mit Mitgliedern des kniglichen Hauses in Berhrung. Zu dieser Zeit entstanden seine berhmten Gedichte wie "O heilig, heilig Land". "Unserer Knigin", "Sing Heldenlieder, Preuenvolk" und sein bekanntes Gedicht "Freiheit, die ich meine".

1806 beendete Max von Schenkendorf das Studium, das Examen bestand er jedoch nicht, was ihn seinen Gnnern gegenber in eine schlechte Stellung brachte. Hinzu kam noch, dass er sich 1809 in ein Duell verwickeln lie.

Max von Schenkendorf hatte auf einer Schlittenfahrt einen alten General angefahren und dieser berzog ihn mit einer Flut von Schimpfreden, was zu dem besagten Duell fhrte. Die Kugel des Generals traf Max von Schenkendorfs rechte Hand, er kmpfte daraufhin ein Jahr mit dem Tode. Nachdem er gesundete lernte mit der linken Hand schreiben und fechten.

Im Jahre 1812 zog Henriette Elisabeth Barkley nach Baden, wohin ihr Max von Schenkendorf folgte und sie am 15. Dezember 1812 heiratete. Bald sah er wieder einen Zirkel von pietistischen Frauen um sich, dessen Mittelpunkt seine Gattin war. Er zog sich aus diesem Kreis nach und nach zurck und erwanderte nun die Landschaft seiner neuen Heimat, was so manches neues Gedicht hervor brachte.

Im Winter des Jahres 1812 war Napolons "Groe Armee" auf dem Rckzug von Moskau fast vllig vernichtet worden. Was den preuischen General Yorck veranlasste, das erzwungene Bndnis mit Napolon zu verlassen. Ohne Wissen des Knigs und der Regierung traf er am 31. Dezember 1812 mit dem russischen General Diebitsch die Konvention von Tauroggen, in der sich das preuische Korps, das zum Flankenschutz Napolons im Baltikum eingesetzt war, fr neutral erklrte.

General Yorck besetzte mit seinem Armeekorps den Raum zwischen dem Kurischen Haff, Memel und Tilsit, um dort die Entscheidung des Knigs abzuwarten. Aber schon wenige Tage spter entschloss sich Yorck zu einem zweiten selbstndigen Schritt, zum gemeinsamen Operieren mit der russischen Armee, um die Franzosen aus Gesamt-Ostpreuen zu vertreiben. Am 8. Januar 1813 war er bereits mit seinen Truppen in Knigsberg. Unter der Leitung von Graf Alexander Dohna wurde in Knigsberg beschlossen, eine Landwehr aufzustellen. Im Februar 1813 kam es im russischen Hauptquartier zu einem preuisch-sterreichischen Vertrag, in dem sich auch sterreich zum Widerstand gegen Napolon bereit erklrte. Der preuische Knig Friedrich Wilhelm III. erlie nun seinen Aufruf "An mein Volk", in dem er seine Untertanen aufrief, gegen Napolon um die Freiheit zu kmpfen.

Max von Schenkendorf hielt es in Anbetracht dieser politischen Ereignisse nicht lnger in Baden, er verlie Frau und Kind um fr Deutschlands Ehre zu kmpfen. Er ging nach Schweidnitz in Schlesien, wo sich das preuische Hauptquartier befand und traf dort viele alte und manch neue Freunde. Zu dieser Zeit entstanden die mitreienden Vaterlandslieder, die sich durch leichte Singbarkeit auszeichneten. Mit seinen Liedern weckte er in der preuischen Bevlkerung einen groen Freiheitsdrang. Zu seinen bedeutendsten Freiheitsliedern gehren u.a. "Erhebt euch von der Erde", "Langer Knechtschaft Joch und Schande", "So zndet nun die Feuer", "Auf auf zum muntern Jagen".

Von Leipzig, wo er selbst an der groe Vlkerschlacht teilnahm, ging Max von Schenkendorf nach Frankfurt a.M. und nach dem Sieg gegen Napolon wuchs in ihm der Wunsch nach einer festen Anstellung.

1815 erhielt Max von Schenkendorf einen Ruf als provisorischer Regierungsrat nach Koblenz. Bereits zwei Jahre spter, erhielt er 1817 ein Angebot fr eine Festanstellung in Magdeburg, welches er jedoch nicht mehr annahm.

Am 11. Dezember 1817 im Alter von nur 34 Jahren starb Max von Schenkendorf in Koblenz.



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