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Roland O. Spewak

* 19.04.1951


Es war donnerstags und die Nacht ging gerade zu Ende. In einem Flchtlingslager am Rande der Schwbischen Alb begann mein Lebensweg am 19. April 1951. Ein kleines vertrumtes Dorf gab meinen Eltern, die aus der Tschechei vertrieben worden waren, eine neue Heimat in Giengen an der Brenz, der Geburtsort des Teddybren.

Nach acht Jahren Volksschule und anschlieender dreijhriger Lehre als Restaurantfachmann, verlie ich den Ort und zog nach Berlin. Es war der 21. Januar 1971. Eine unbeschwerte Zeit begann, Westberlin war das Schlaraffenland der Deutschen.

Und doch war etwas in mir, das mich nicht zur Ruhe kommen lie. Ich war auf der Suche. Mein Leben verlief immer am Limit entlang Sekt bis zur Scheuerleiste war meine Devise. Der Preis war letztendlich der totale Absturz. Eines Tages fand ich mich auf der Strae wieder, als versoffener, obdachloser Penner. Ein Saufkumpan brachte mich am 15. April 1999 in die Nervenklinik Spandau. Eine Entgiftung und anschlieende Entwhnungstherapie vernderte mein Leben derart, dass kein Stein mehr auf dem anderen blieb.

Eines Tages gab mir ein Therapeut einen Block mit Kugelschreiber. "Sie wissen, dass Sie nur eine Chance haben, um zu berleben, wenn Sie anfangen zu reden. Sie sitzen in der Therapie und bekommen den Mund nicht auf. Schreiben Sie es wenigstens auf."

Zum Ende der Therapie sagte mir der Arzt. "Sie sind Ihr ganzes Leben auf der Suche, doch Sie wissen nicht, nach was Sie suchen."

Dies war der Anfang. Von diesem Tage an wurde das Schreiben ein wichtiger Sttzpfeiler meiner Trockenheit. Viele Gedichte und Kurzgeschichten sind entstanden. Ein Roman ist in Arbeit. Ich habe meinen Lebensweg in Worte gebannt.

Aus meiner ersten Beziehung habe ich zwei Kinder. Heute bin ich in zweiter Ehe verheiratet und lebe seit dem 3. Juni 2004 in Bremen.

Etwas besonderes mchte ich noch erwhnen: In der Nervenklinik traf ich einen Mitbetroffenen. Eines Tages sprach er mich an: "Komm doch mal mit."

Dieser kleine Satz vernderte mein Leben noch einmal total. Ich fand meinen Glauben wieder. Heute bin ich Christ. Christ sein ist fr mich ein Abenteuer. Christus war fr mich ein gewaltloser Rebell, der es mit der damaligen Obrigkeit aufnahm, sogar um den Preis seines Lebens.

Heute knnte ich dem Arzt sagen, dass meine Suche erfolgreich war. Es tut meiner Seele gut ein gewaltloser Rebell zu sein. Es ist befreiend, nicht in unterwrfiger Haltung auf dem Boden zu kriechen.

Aufrecht durch den Rest meines Lebens zu gehen, das habe ich gesucht und gefunden.

Mein Lebensspruch lautet: "Ihr knnt mich vielleicht brechen, doch nicht mehr verbiegen!"


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