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Karl Julius Weber

* 20.04.1767 - † 19.07.1832


Karl Julius Weber wurde 20. April 1767 als Sohn eines Rentbeamten in der hohenloheschen Residenzstadt Langenburg geboren. Bis 1782 besuchte Weber die deutsche und lateinische Schule in Langenburg und im Anschluss fr dreieinhalb Jahre das Gymnasium zu hringen.

Ebenfalls 1782 starb der Vater, der fnfzehnjhrige Weber beschloss daraufhin, entgegen dem Willen seines Vaters demnach er Jura studieren sollte, Theologe zu werden. Weber lernte heimlich, sechs Monate lang, Hebrisch, dann verflog die durch den Tod des Vaters entstandene trbe Stimmung. 1786 begann Weber sein Studium der Rechtswissenschaft an der Universitt in Erlangen, wo er nebenher auch Vorlesungen in Philosophie, Geschichte und Sprachen besuchte. Hier lernte er das aufklrerische und empfindsame Gedankengut seiner Zeit kennen.

Zum Ende des Jahres 1788 kam Weber wieder nach Hause, auf Verlangen seiner Mutter bewarb sich Weber um eine ffentliche Stellung in Langenburg, die er auch erhielt. Gegen den Willen seiner Mutter, reist Weber Ostern 1790 mit hochfliegenden Plnen nach Gttingen, um in der Hochburg der deutschen Aufklrung eine Professur in der Jurisprudenz zu suchen. Dabei hoffte er sicher auf die Untersttzung des berhmten Publizisten und Historikers August Ludwig Schlzer, der ebenfalls aus Hohenlohe stammte. Doch der Plan scheiterte, und der Aufenthalt in Gttingen wurde zum ersten Wendepunkt in Webers Leben.

Sein Landsmann August Ludwig Schlzer empfahl Weber, die ihm angebotene Hofmeisterstelle in Genf anzunehmen. Der 25jhrige Weber reist daraufhin im Herbst 1790 nach Genf um fr zwei Jahre die Hauslehrerstelle in der Westschweiz anzunehmen. Hier wurde Weber mit dem franzsischen Geist und mit franzsischer Literatur vllig vertraut, und aus dem Rechtsgelehrten wurde ein Welt-Mann. Von Ferne beobachtete er aufmerksam den Gang der Franzsischen Revolution.

1792 kehrte Weber nach Deutschland zurck. Fr ein Dutzend Jahre lebte er als Hofbeamter in verschiedenen kleinen Residenzen. Zuerst war er Privatsekretr und Regierungsrat des Grafen Christian zu Erbach-Schnberg, der als Statthalter des Deutschen Ordens in Mergentheim residierte. Nach dem Tod des Grafen 1799 wurde Weber erster Hofrat der Grafschaft Erbach-Schnberg mit Dienstsitz in Bad Knig im Odenwald.

1802 wechselte Hofrat Weber in den Dienst des Hauses Isenburg-Bdingen. Man hatte ihm groe Versprechungen gemacht, doch die Wirklichkeit sah anders aus. Webers entschiedener, fester Charakter und sein cholerisch-sanguinisches Temperament ertrugen keine Anschuldigungen, die in seinen Augen ungerechtfertigt waren. Nach langen, kleinlichen Verhandlungen willigte Weber in seine Entlassung ein und verlie am 9. April 1804 Bdingen. Dies war der zweite und entscheidende Wendepunkt in seinem Leben. Bereits im Jahr 1803 war Webers Mutter gestorben.

Der erst 37jhrige zog sich bitter enttuscht in seine hohenlohesche Heimat zurck. Weber lebte fortan in der Familie seiner verheirateten Schwester in Jagsthausen, Weikersheim, Knzelsau und Kupferzell. Zu dieser Zeit begann Weber schriftstellerisch ttig zu werden. Mit stets gestopfter Pfeife sa Weber in seiner reichhaltigen Bibliothek, die zuletzt 11 000 Bnde umfasste, und las und machte sich Notizen. Nach und nach begann er mit kleinen Ausarbeitungen; und 1819 verffentlichte der 52jhrige sein erstes historisches Werk ber "Die Mncherei". Spter folgten Arbeiten ber das Rittertum und das Papsttum.

Weber fhrte jedoch nicht nur das Leben eines Einsiedlers, der ganz seinen Studien hingegeben war. Im ersten Landtag des Knigreiches Wrttemberg vertrat er von 1820-1824 das Oberamt Knzelsau. Alljhrlich unternahm er eine Reise als ntiges Gegengewicht zu seiner stabilitas loci: Die Frucht seiner Wanderungen, Reiseerfahrungen und Lektre war das vierhndige Werk "Deutschland oder Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen", das zum Reisefhrer des Biedermeier wurde.

Im 66. Lebensjahr starb Karl Julius Weber am 19. Juli 1832 in Kupferzell, wo er auch begraben wurde. Sein Grabstein steht heute noch an der Friedhofsmauer.



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