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Ulrich Wiegand-Laster

* 12.09.1960


Ulrich Wiegand Laster (Künstler, Autor, Projektentwickler, Ideengeber), ursprünglich Ulrich Wiegand, wurde 1960 als mittleres von sieben Kindern in Düsseldorf geboren, wo er in geordneten bürgerlichen Verhältnissen aufwuchs und früh damit begann, Texte zu schreiben und Ideen zu entwickeln. Im Alter von elf Jahren wurde er in einem Artikel der Rheinischen Post für die gelungene Ausgestaltung eines Tagebuches gewürdigt, das er während eines Aufenthaltes seiner Schulklasse in Westerburg (Westerwald) angefertigt hatte. Als Kind betrieb er eine "Heimbücherei", in der neben allerlei Büchern auch seine "Gedichte aus der Heimat, Band 1 und Band 2" mit ersten eigenen Textversuchen ausgeliehen werden konnten.

Wiegand-Laster lernte nach der Schulzeit in seiner Heimatstadt zunächst Bildhauerei bei A.Wessel und absolvierte später die Fachoberschule für Gestaltung, der er ein Studium an den Fachhochschulen Düsseldorf und Köln anschloss. Darüber hinaus absolvierte er eine Kulturmanagement-Qualifizierung in Kamp-Lintfort.(Während der Bildhauerausbildung begegnete W-L übrigens dem späteren Theater- und Filmschauspieler Hansa Czypionka, der damals zu gleicher Zeit Bildhauerei lernte.)

1979 realisierte Ulrich Wiegand Laster erstmals eine Ausstellung eigener Bilder, bei der er damals noch ausschließlich "künstlerische Fotografie" zeigte. In den Jahren darauf folgten bis heute zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen mit verschiedenen künstlerischen Arbeiten.Zwischen 1979 und 1981 war Wiegand Laster nebenher freijournalistisch für die Rheinische Post tätig.Zu Beginn der Achtziger-Jahre verfasste er verschiedene Kurzprosa- und Lyriktexte, die er 1982 in dem Taschenbuch "Gedroschene (Ge)danken", gemeinsam mit Uschi Halm publizierte, woraufhin er auch an ersten Lesungen teilnahm. 1983 und 1988 betätigte er sich als Redakteur und Herausgeber der Ausnahmezeitschrift "Massenschrank". "Massenschrank" war ab 1988 auch die Bezeichnung für eine Reihe unkonventioneller und gemeinsamer künstlerischer Aktionen von Kölner und Düsseldorfer Künstlern in den beiden Rheinmetropolen, deren Initiator ebenfalls Ulrich Wiegand-Laster war. 1983 wirkte W-L redaktionell zudem an der Literaturzeitschrift "Ausdruck" in Leverkusen mit.

1984 war Wiegand Laster einer der Mitbegründer des "Medienverein Düsseldorf e.V.", dem Vorläufer des Lokalhörfunks in Düsseldorf, in dem er bis ca. 1992 für die Bereiche Hörspiel und Kreative Kommunikation sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig war und verschiedene Vorstandspositionen inne hatte. (Ein weiterer Mitbegründer des Vereins war der spätere Düsseldorfer Regierungspräsident, Jürgen Büssow.)Ab 1986 hat W-L verschiedene Male auch als Darsteller bei Theater- und Filmproduktionen mitgewirkt, so bei Produktionen am Düsseldorfer Schauspielhaus unter Volker Canaris oder bei der Bavaria-Kinofilmproduktion "Die Katze" von Regisseur Dominik Graf, mit Götz George, Gudrun Landgrebe, Ralf Richter und Ulrich Gebauer (Ulrich Gebauer hatte W-L bereits Ende der 70ger Jahre in Berlin kennengelernt).Seit 1988 zeichnet Wiegand Laster in seiner Eigenschaft als Kulturmanager für die Realisierung verschiedener Projekte mit künstlerischen Inhalten verantwortlich, ohne jedoch seine eigenen künstlerischen und literarischen Wurzeln zu vernachlässigen, die er immer wieder in verschiedene Projekte einflechtet.

Ein herausragendes Projekt war 1997 "AuftauchStation POOL", das Ulrich Wiegand-Laster innerhalb kürzester Zeit, mit Beteiligung von über 120 Künstlern aus dem In- und Ausland, in einem ehemaligen Schwimmbadkomplex (Wellenbad) in der Düsseldorfer Innenstadt federführend realisiert hat, und an dem auch Künstler wie der 2005 verstorbene Charles Wilp und Günther Uecker teilgenommen haben. Günther Uecker war übrigens, wie Klaus Kammerichs auch, schon 1988 an Wiegand-Lasters "Massenschrank"-Projekt beteiligt gewesen. Für Wiegand-Laster war und ist kulturelles Engagement meist parallel politisches Engagement, nicht nur weil aus seiner Erfahrung viele Planungen von der Politik abhängen, sondern auch, weil man sich mit künstlerischen Mitteln ab und zu politisch äußern und so Einfluss nehmen kann.Ulrich Wiegand-Laster hat ab 1976 in verschiedener Weise auch politisch gewirkt: mal in der Lokalpolitik (wobei er u. a. den späteren, im Mai 2008 verstorbenen Düsseldorfer Oberbürgermeister, Joachim Erwin, kennenlernte), mal für Amnesty International (Anfang der 80ger), mal für Bürgerbegehren und ein anderes Mal mit seinem Projekt "Kunst am Stiel" gegen Fremdenfeindlichkeit (1993 weltweit), oder auch für UNICEF (1999 am Düsseldorfer Rheinufer).

In seinen aktuellen Kunstausstellungen zeigt Wiegand-Laster überwiegend zeitgenössische Grafik (Linolschnitte) im Wechsel mit künstlerischer Fotografie, und manchmal auch Objekte. Seit 2006 bestückt er seine Ausstellungen immer häufiger auch mit einer Auswahl aus seinem "Kurztextmenue" (meist Aphorismen). Wiegand-Lasters Linolschnitte, Fotoarbeiten, Konzeptwerke sowie Kurztextmenüs zeichnen sich insbesondere durch ihre oft humoresken Einsprengsel mit fabelhafter Ideenvielfalt aus, was sich auch in seinen gelegentlichen Wand- und Bodenobjekten zeigt. Für Langeweile war der gebürtige Düsseldorfer noch nie zuständig. Seit dem Start seines interdisziplinären und permanenten Projektes `Kunstpraxis D´ (`Dr.art´, `Art im Einsatz´, `Kunst auf Rezept´, `Behandelnde Kunst´) 1994, mit dem er u. a. auch künstlerische Hausbesuche macht und als wohl erster Künstler überhaupt auch "Sprechstunden" abhält, stieg der Bekanntheitsgrad des Künstlers enorm.

Manchmal erfindet Wiegand-Laster neue Wörter und Worte wie "Massenschrank", "Kunst auf Rezept", "Kunstpraxis" oder "Kurztextmenue". Seit 1996 schreibt er Aphorismen.

Ulrich Wiegand Laster lebt zur Zeit in Solingen.


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